Rezension Intercity-Nomaden

Strauss_Intercity-NomadenVerdichtetes Leben

Es war 1998, als Michael Strauss mit seiner Band „Exil“ sein Debütalbum „Intercity-Nomaden“ veröffentlichte. Nach zahlreichen Live-Auftritten und als Co-Autor für andere Projekte war es Zeit, den eigenen musikalischen Vorstellungen stärker Gestalt zu geben. Es entstand ein Album, das die unverminderte Vitalität des Rock ’n’ Roll auch in digitaler Zeit unter Beweis stellte – mit einer Vorliebe für das Wesentliche.

Crunchige Gitarren, fette Bässe, soulige Hammonds und live eingespielte Drums erzeugen eine elektroakustische Urtümlichkeit, die bis heute nichts von ihrer Überzeugungskraft verloren hat. Auf diesem Fundament entwickelt die Band ihren mehrstimmigen Gesang, der den Songs immer wieder ihren charakteristischen Sound verleiht.

Mit Stücken wie „Heimat“, „’89 in Deutschland“ oder „Menschen des Sommers“ schlug Michael Strauss eine Richtung ein, die bis heute sein Songwriting prägt: Stets verbindet er den journalistischen Blick für die Themen der Zeit mit lebensphilosophischen Gedanken und persönlichen Beobachtungen. So sind eindringliche und einfühlsame Stücke sein Markenzeichen geworden – verdichtetes Leben mit hohem Wiederkennungswert.

Michael Strauss: Intercity-Nomaden. XCD 001, EXIL Media, Stuttgart 1998, 10,00 Euro