Rezension Blauer Mond

Michael Strauß mit seiner Akustik-Gitarre.Raum für Wesentliches

Gepflegte Gedanken und erinnerungsfähige Melodien; Songs zwischen Folk, Rock, Blues und Gospel – das ist das Album „Blauer Mond“. In poetischen Texten spiegeln sich persönliche Begegnungen und Erfahrungen ebenso wie Gedanken zur Zeit. Sie schaffen Raum für Wesentliches und laden ein, sich für eine Zeit zurückzuziehen aus der Hektik des Alltags. Nicht um dem Alltag zu entfliehen, sondern um zur Besinnung zu kommen und ihm mit neuer Energie das Leben abzutrotzen.

Immer wieder tauchen die Grundfragen unseres menschlichen Zusammenlebens auf, von denen die Zivilisierung der Religion zu den bedrängensten gehört („Ein Schritt in die Hölle“). Aber auch das Thema einer glaubwürdigen und sich selbst gemäßen Existenz zieht sich durch die Songs: „Ist das wirklich dein Gesicht, das im Fernsehn zu mir spricht? Fremde Federn sind tabu, sei doch endlich einfach du: Ich hör dir zu.“

Und das live eingespielte Saxophon im Titelstück „Blauer Mond“, für das der Hermannsburger Saxophonist Dirk Riedstra verantwortlich zeichnet, ist der Inbegriff des Cool. Ein Singer-Songwriter-Album, das im besten Sinn des Wortes „Unter-Haltung“ ist.

Michael Strauss: Blauer Mond. XCD 003, EXIL Media, Braunschweig 2012, 10,00 Euro.