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Neben seinen Liedern begibt sich Michael Strauss mit satirischen Versen auf die Spuren menschlicher Unzulänglichkeiten und Schwächen. Seine Gedichte spiegeln mit hintersinnigem Humor das Absurde und Abgründige des Lebens. Wer darüber lacht, sei indessen gewarnt: Häufig lacht er zuallererst über sich selbst. Was aber durchaus eine probate Medizin sein kann, denn im Lachen liegt Erlösung. Und die Erfahrung, dass wir gerade dadurch Menschen sind, wie ein Essay von Michael Strauss über das Komische deutlich macht. Den Beitrag lesen Sie unter der Schaltfläche "Text" (oben rechts). An dieser Stelle finden Sie in unregelmäßiger Folge wechselnde humoristischen Miniaturen.

Schicksalstrilogie
Von Michael Strauss

I. Der Herrgott
Der Herrgott ist ein Philanthrop
und mir weit überlegen;
bist du auch hässlich, laut und grob,
er schenkt dir seinen Segen.

Kein sonntagsoffner Outlet Store
kann seine Liebe trüben;
es scheint, der Herrgott hat Humor,
nur ich muss noch viel üben.

II. Der Mensch
Der Mensch war früher eingezäunt
und von der Welt geschieden;
die Erde drehte sich verträumt,
und überall war Frieden.

Dann riss der Mensch die Zäune ein,
ging auf die Barrikaden;
die Welt sollte sein Eigen sein
und geht doch mit ihm baden.

Der Mensch blieb eine Utopie,
er hat sich nicht bewährt;
doch seine Umtauschgarantie
ist leider längst verjährt.

III. Die Grille
Die Grille zirpte ihren Blues
dem letzten toten Krieger,
und sprach zum Herrgott: Endlich Schluss.
Nie wieder zweite Liga!




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