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Von Jürgen Paxmann

Königslutter. Er wollte nur ein paar einfache Lieder singen, begleitet von Gitarre und Mundharmonika. Das klingt zunächst nach Bob Dylan, ist aber bei Michael Strauss aus Braunschweig ganz anders angelegt: Hier gibt es weder Protest noch Verbitterung, stattdessen Spaß am Leben und den Mut zum Glauben. (Foto: Werner Gantz)

In der Stadtkirche Königslutter trug er am Freitag vor rund 80 Zuhörern eigene Kompositionen zur Abendstunde vor – als Einstimmung auf ein hoffentlich entspanntes Wochenende, dazu noch gratis.

Der Liedermacher, von Hauptberuf Pressesprecher der Landeskirche Braunschweig, hat in der evangelischen Gemeinde sozusagen ein Heimspiel. Und doch sind seine musikalischen und auch dichterischen Talente dem hiesigen Publikum wohl noch unbekannt.

Dabei hat der Journalist und Theologe bereits seine dritte CD bespielt: „Mein Haus“ heißt der Titelsong. Er dient in der Live-Darbietung als Einladung zum Mitsingen des Refrains „Mein Haus sei auch dein Haus, – es zu finden ist nicht schwer. Mein Haus steht dir offen – und mein Herz tut es noch mehr.“ Ein Lied, das am Lagerfeuer ebenso gesungen werden könnte wie im Sonntags-Gottesdienst.

Strauss entführt die Zuhörer mit Gedichten und Musik auf eine Reise durch (Seelen)-Landschaften. Seine Texte sind Beobachtungen – ’mal nachdenklich stimmend, ’mal erheiternd. Er reflektiert die Wende im Jahr 1989 („ …ein seltsames Jahr“) genauso wie das Entdecken der Vorzüge seiner Wahlheimat Braunschweig („Am Ufer der Oker“).

Und dass der gebürtige Sauerländer den trockenen Humor in die Wiege gelegt bekommen hat, belegt er unter anderem mit der satirischen Hommage an Elvis Presley, indem er sich vorstellt, wie sich sein Idol wohl heute geben würde: wackelnd mit neuer Hüfte, oder vielleicht im Rock ’n’ Roll-Stuhl.

Musikalisch bewegt sich Michael Strauss zwischen Folk, Blues und Soul. Darüber nachzudenken, welchem Typ deutscher Liedermacher Strauss vielleicht am ehesten entspricht, erübrigt sich – spätestens beim „Kyrie eleison“, einem gesungenen Gebet meditativen Charakters.

Da wird klar: Strauss will den Menschen Mut machen, den Glauben mit ihm zu teilen. Und er tut dies mit seinen Mitteln: Eigenen Texten, warmer Stimme und gekonntem Gitarrenspiel.

Wer das anderthalbstündige Konzert in Königslutter verpasst hat, kann sich die Musik des Braunschweigers im Internet anhören. Dort gibt es auch die neue CD – zu bestellen unter: www.mic-strauss.de

(Artikel der Helmstedter Nachrichten vom 23. Januar 2012)



Wülperode (mhe). Es ist schon außergewöhnlich, wenn ein Künstler binnen vier Wochen zwei Konzerte am selben Ort gibt. Aber es handelt sich bei der Musik von Liedermacher Michael Strauss auch um nichts Alltägliches, und beim Ort, dem Café „Zur Alten Tischlerei“ von Ute und Prof. Manfred Kwiran in Wülperode, ebenso.

Das Konzert vor vier Wochen wurde bei angenehmem Abendwetter im Garten des Cafés veranstaltet, der Regen am Sonnabend ließ nur ein Konzert im alten Fachwerkhaus zu. Den 40 Zuschauern versprach Michael Strauss: „Sie erleben heute ein ganz anderes Konzert als vor vier Wochen.“ Zum Beweis präsentierte er gleich eine „Welturaufführung“, wie er seinen neuen ersten Titel schmunzelnd bezeichnete.

Strauss verdient seinen Lebensunterhalt nicht mit der Musik. Er ist Journalist, seit zehn Jahren Sprecher der Landeskirche Braunschweig. „Die Musik ist der andere Teil meines Lebens“, erklärte er. Auch daran hat er, wie als Journalist, professionellen Anspruch. Das versteht, wer sein perfektes Gitarrenspiel, seine allesamt selbstgeschriebenen Lieder und Texte hört. Texte mit journalistischem Anspruch. Lieder, die ins Ohr gehen, mit Anlehnung an Rock, Rock ’n’ Roll und Folk. Und alles sehr gut verständlich in Deutsch vorgetragen.

Strauss nennt seine Titel „Poesie gewordener Journalismus“. So setzt er sich mit Politik, Gott, dem Frieden, dem Menschsein, Philosophischem, oder auch Alltäglichem auseinander. Mal humorvoll, mal nachdenklich. Strauss ist es wichtig, dass sich die Menschen in seinen Liedern wiederentdecken.

Er beschreibt in „Intercity-Nomaden“ die Berufspendler, der er früher auch war. Er singt über die Finanzkrise und die Banker „Wem kann man eigentlich noch glauben?“. Auch dem tiefen Fall von Guttenberg ist ein Lied gewidmet, das auf seiner neuesten CD „Mein Haus“ enthalten ist. Der Sinn und Zweck des Shoppings am Sonntag wird hinterfragt, aber auch die Absurdität, dass Elvis angeblich lebt.

Dabei bekannte Michael Strauss, dass er schon als Jugendlicher ein großer Elvis-Fan war. Als Manfred Kwiran nach mehreren Zugaben dem Liedermacher Dank sagte und noch mal auf Strauss’ Beziehung zu Elvis zu sprechen kam, meinte der Sänger nur: „Sie wissen, dass Sie eine Steilvorlage bieten.“ Plötzlich wurde aus dem Liedermacher, der kürzlich erst beim Kirchentag auftrat, ein Rock ’n’ Roller – und das kleine Café im verträumten Dorf rockte mit ihm bei drei Titeln von Elvis Presley.

Das erste Konzert mit Michael Strauss war rasend schnell ausverkauft, für das zweite am Sonnabend mussten schon im Vorfeld 20 Absagen erteilt werden, weil das Haus voll war. Den Gastgebern Ute und Manfred Kwiran gelang es nun, sogar noch ein drittes Konzert mit Michael Strauss zu vereinbaren. Dieses findet am Sonnabend, dem 20. August, ab 19 Uhr statt. Kartenvorbestellungen sind ab sofort möglich unter Telefon (039421) 29489.

Die Konzertstätte, das Café „Zur Alten Tischlerei“, wurde übrigens genau heute vor zehn Jahren mit kirchlichem Segen des Braunschweiger Landesbischofs eröffnet. Etwas Besonderes eben. (Foto: Mario Heinicke)

(Artikel der Halberstädter Volksstimme vom 29. Juni 2011)



Von Florian Arnold

Der Songtitel „Heinfrieds Los“ klingt so sperrig wie unspektakulär. Doch das Thema ist abgründig. Es geht um einen Freund, der an Krebs stirbt. Dem Braunschweiger Liedermacher Michael Strauss gelingt die Gratwanderung darüber zwar einfühlsam, aber unaufgeregt und kitschfrei zu singen.

„Noch’n Jahr“, lautet der lakonische Refrain. Anfangs beschreibt er Heinfrieds Haltung, in anspruchsloser Kleinbürgerlichkeit mit sich und der Welt zufrieden dahinzuleben. Am Ende ändert sich der Sinn dramatisch. Das wirkt nicht zynisch, sondern lebensbejahend – auf eine unpathetische, stille Art.

„Heinfrieds Los“ ist die vielleicht stärkste Nummer auf der CD „Mein Haus“. Es ist das dritte Album von Michael Strauss, der hauptberuflich als Sprecher der Landeskirche Braunschweig arbeitet.

Anders als die Vorgänger „Intercity-Nomaden“ und „Blauer Mond“, die er mit seiner Band EXIL oder Gastmusikern einspielte, hat der 49-Jährige „Mein Haus“ im Alleingang geschrieben und aufgenommen. „Das ist Michael Strauss pur“, sagt er – und dennoch kein klassisches Liedermacheralbum.

Die Musik, sanfter Rock mit Blues- und Folkeinflüssen, orientiert sich an den Dire Straits und Bob Dylan. Entspannte E-Gitarrenklänge dominieren die 14 Songs, das leise abgemischte Schlagzeug kommt aus dem Computer. Mit dezenten, auf den Punkt gespielten Riffs und Soli zeigt Strauss, dass er ein fähiger Gitarrist ist. Allerdings setzt die Musik keine eigenen Akzente, sondern fließt in den Grenzen klassischen Singer-Songwriter-Rocks ruhig und ganz im Dienst der Texte dahin.

Strauss schreibt keine Lieder zum Träumen, sondern zum Zuhören. Der ausgebildete Journalist und studierte Theologe, Anglist und Germanist singt auf Deutsch, und er kann mit Sprache umgehen. Er hat keine Scheu vor politischen Themen, singt von der bleibenden Verantwortung fürs Dritte Reich, von gestürzten Hoffnungsträgern, aber auch davon, wie sich die großen Sinnfragen in kleinen Dramen des Alltags stellen.

Meist findet er einen eigenständigen, poetischen Zugang. Sein markanter Bariton klingt erfrischend ungeschliffen, in den Höhen etwas angestrengt. „Ich verstehe mich keineswegs als Politrocker oder singenden Missionar“, sagt Strauss. Andererseits seien die Fragen, die ihn ein Leben lang beschäftigten, im letzten Grunde religiöse Fragen, nach dem Lebenssinn oder der Existenz des Bösen in der Welt etwa.

Zur Musik kam der gebürtige Sauerländer über die christliche Jugendarbeit. Während des journalistischen Volontariats und im Studium spielte er in Bands. Anschließend arbeitete er für christliche Wochenzeitungen, zeitweise auch als Auslandskorrespondent. Seit 2001 ist Strauss Sprecher der Landeskirche – seine Ambitionen als Songschreiber und Musiker verfolgt er unabhängig davon weiter.

(Artikel der Braunschweiger Zeitung vom 3. Mai 2011.)




Von Margit Richert

Sickte. Die Besucher im Herrenhaus Sickte hatten die Gelegenheit, Musik im 300 Jahre alten Barocksaal zu hören. Die Sickter Kulturinitiative hatte Michael Strauss zu einem Gastspiel eingeladen.

Der Gitarrist, Sänger und Songwriter aus Braunschweig spielte Stücke aus seiner CD „Blauer Mond“. Die Zuhörer durften sich entspannt zurücklehnen, um die Stücke mit Swing und Seele zu genießen.

„Ach, könnten wir die Herzen erweichen und die Krieger zum Frieden bekehrn“, sang Strauss, der in seinen Lyrics Alltagserfahrungen und Gedanken zur Zeit verarbeitet. Die Melodien, die er zu seinen Liedern komponiert, unterstreichen Gedanken und Textzeilen.

Strauss greift verschiedene Themen auf, singt von Liebe und im wahrsten Sinn des Wortes von Gott und der Welt. „Espresso mit Gott“, lautet ein Titel, in dem es um ein Zwiegespräch mit dem Schöpfer geht: „Es gibt so viele Dinge auf der Welt, die ich auch oft nicht versteh – Komm wir trinken Sonntag mal mit dem lieben Gott Kaffee.“

Poetisch und einfühlsam präsentierte Strauss seine Musik, die von allem etwas hat: Blues, Swing, Soul, Pop und Jazz, oder besser gesagt, einen persönlichen Stil mit Charisma und Wiedererkennungswert.

Strauss singt ausschließlich deutschsprachig, so dass sich den Zuhörern die Botschaften erschließen. Seine Musik kam beim Publikum in Sickte bestens an.

(Artikel der Wolfenbütteler Zeitung zu einem Konzert von Michael Strauss am 12. September 2010 in Sickte)



 Von Andrea Hutzler

Donauwörth. Beschauliche Klänge, besinnliche und tiefgründige, teilweise auch ironische Texte standen im Mittelpunkt des Konzertes mit dem Theologen, Publizisten, Journalisten, Songwriter und Musiker Michael Strauss. Mit seiner Gitarre, seiner vortrefflichen Stimme und dem „virtuellen Orchester“, einem eingespielten Halbplayback-Band, begeisterte er die Zuhörer und lud ein zum Innehalten und Nachdenken.

Antworten auf die modernen Fragen des Christentums

Vor allem die Frage, wie Christen in der heutigen modernen Welt existieren können, beschäftigte den Künstler. In seinen Songs versuchte er, Antworten darauf zu finden. Zugleich übte er aber auch diffizile Kritik an bestehenden Verhältnissen innerhalb von Gesellschaft, Staat und Kirche. So stand das egoistische Streben nach Macht und Reichtum ebenso im Fokus seiner Betrachtungen wie der leichtfertige Umgang mit anvertrautem Geld, der nicht zuletzt die Finanzkrise auslöste. In Titeln wie „Je höher das Ross, desto tiefer der Fall“ oder frei nach Theodor Fontane „Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand“ brachte er die Missstände musikalisch eindrucksvoll zu Gehör.

Die mobile Gesellschaft und die immer mehr Flexibilität fordernde Arbeitswelt führen häufig zu Wochenendbeziehungen, die Michael Strauss in „Intercity-Nomaden“ besang. Daneben waren Themen wie der allgegenwärtige Rassismus, die Unaufrichtigkeit und Falschheit der Menschen zueinander, der Sonntag, der immer mehr dem Kommerz zum Opfer fällt, und die aktuellen Kriege Gegenstand seiner Lieder.

Die Beziehung zu Gott stellte einen weiteren Themenkomplex dar. Mit einem leichten Augenzwinkern in den Augen lud der Sänger Gott zu einem Espresso ein, damit er all die Fragen an ihn richten könnte, die ihm als Menschen am Herzen lägen - angefangen bei der Frage, ob es denn Gott wirklich gibt bis hin zum Leben nach dem Tod. Gleichzeitig sang Michael Strauss im Vertrauen auf Gott „Du (= Gott) lässt mich nicht allein“ und wendet sich gegen jegliche Art von Fundamentalismus, nicht nur im Islam, sondern auch im Christentum.

Das Schöne im Leben und Gottes Schöpfung

In dem Song „Gut und schön“ wurde das Schöne im Leben und Gottes Schöpfung als Kraftquelle besungen. Mit der Bitte „Wenn alle gehen, verlass’ mich nicht“ beendete der Künstler das beeindruckende Konzert, das vom Publikum mit stehenden Ovationen gewürdigt wurde.

(Artikel der Augsburger Allgemeinen zu einem Konzert von Michael Strauss am 13. März 2010 in Donauwörth)

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